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Homocystein ist gefährlicher als Cholesterin!

Wenn es um die Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall geht, dann ist immer nur die Rede von Cholesterin und Blutdruck. Das Homocystein wird meist mit keiner Silbe erwähnt.

Doch mittlerweile beweisen zahlreiche Studien, dass Homocystein sogar gefährlicher ist. Ein nur leichter Anstieg beim Homocystein ist nämlich genauso gefährlich wie ein starker Anstieg beim Cholesterin.

Doch was genau ist Homocystein und was bewirkt es in unserem Körper? Und vor allem: Was kann man dagegen tun?

Inhalte:

- Was ist Homocystein?
- Wie gefährlich ist Homocystein?
- Was kann man dagegen tun?
- Warum wird es von Ärzten ignoriert?

Was ist Homocystein?

Homocystein ist eine Aminosäure, die aber nicht über die Nahrung aufgenommen sondern von uns selbst produziert wird. Genauer gesagt wird Homocystein in unseren Zellen produziert. Und wenn alles rund läuft, dann verlässt es auch diese Zellen nicht.

Sind nämlich in den Zellen die nötigen Coenzyme vorhanden, dann wird es in die Aminosäuren Methionin oder Cystein umgewandelt. Liegen die Coenzyme aber nicht in ausreichender Zahl vor, dann gelangt Homocystein ins Blut. Und dort gehört es nicht hin – zumindest nicht in größeren Mengen.

Denn in unserem Blut ist Homocystein das reinste Gift. Unter anderem weiß man mittlerweile, dass es Arteriosklerose (auf Deutsch Gefäßverkalkung) in unseren Blutgefäßen mitverursacht. Und Arteriosklerose führt in weiterer Folge oft zu Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Ein genauerer Blick auf Homocystein:

Homocystein gehört zu einem wichtigen Stoffwechselprozess in unseren Körperzellen. Es ist ein Zwischenprodukt im Methionin-Homocystein-Stoffwechsel, der für das Überleben unseres Organismus notwendig ist.

Genauer gesagt entsteht Homocystein aus Methionin. Methionin ist eine Aminosäure, die wir täglich über unsere Nahrung zuführen. Vor allem Fleisch und Fisch aber auch einige pflanzliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Nüsse und Brokkoli sind reich an dieser Aminosäure.

Dabei kommt es zur so genannten Methylierung wo es im Zuge einer chemischen Reaktion zum Transfer von einem Molekül auf ein anderes kommt. Und dies wiederum spielt insbesondere bei der Produktion von Botenstoffen sowie bei der Modifikation unserer DNA eine wichtige Rolle. Durch diese kleinen ständigen Abänderungen in der DNA können wir uns überhaupt erst auf Umwelteinflüsse anpassen.

Dazu ist Methionin als wichtigster Methylgruppenlieferant erforderlich, welches sich im Zuge dieser Methylierung in besagtes Homocystein verwandelt. Doch das ist kein sonderliches Problem, solange Enzyme und Coenzyme da sind, welche später die Rückverwandlung (=Remethylierung) in Methionin bzw. die Umwandlung in Cystein ermöglichen.

Es ist mittlerweile schon länger bekannt, dass vor allem bestimmte B-Vitamine nötig sind, welche als Coenzyme auf den Plan treten und diese Rückverwandlung bzw. Umwandlung in Methionin und Cystein möglich machen.

Und das ist auch unbedingt nötig, denn Homocystein in größeren Konzentrationen hat in unserem Blut nichts zu suchen! Und dort geht es leider hin, wenn durch ausbleibende Umwandlung zu viel davon in den Zellen ist.

Wie gefährlich ist Homocystein?

Bisher hat man eigentlich nur entdeckt, dass Homocystein im Blut reinstes Gift ist. Eine wirkliche Funktion dafür hat man außerhalb der Zellen noch nicht gefunden.

Jedoch weiß man auch, dass jeder von uns ein Mindestmaß an Homocystein im Blut hat. Wichtig ist daher eigentlich nur, dass man nicht zu viel davon hat. Bei Überschreiten bestimmter Schwellenwerte steigt nämlich das Risiko für bestimmte Krankheiten enorm an.

Gute Normalwerte liegen zwischen 5 und 10 µmol/l an Homocystein-Konzentration im Blut. Werte über 12 µmol/l sind bereits schlecht und bei über 15 µmol/l wird es richtig gefährlich. Dann steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und weiteren Krankheiten wie Demenz sprunghaft an.

Vor allem stehen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie neurologische Erkrankungen im Zusammenhang mit hohen Homocysteinwerten …

Herz- und Gefäßerkrankungen:

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind immer noch die Todesursache Nummer 1 im deutschsprachigen Raum. Und daran hat sich auch mit den Medikamenten gegen Cholesterin und gegen Blutdruck nicht viel geändert.

Und auch wenn Cholesterin und Blutdruck zwei wichtige Risikofaktoren in Sachen Herzinfarkt sind, es sind beileibe nicht die einzigen. Homocystein scheint mindestens ebenso wichtig zu sein. Im Vergleich zum Cholesterin scheint es sogar eine noch wichtigere Rolle einzunehmen – das besagen zumindest etliche Studien aus den letzten Jahrzehnten.

Der erste, der Homocystein für Herz- und Gefäßerkrankungen verantwortlich gemacht hat, war der US-Pathologe Kilmer McCully. Dieser hat bereits im Jahr 1969 Kinder obduziert, die durch Arteriosklerose und daraus resultierende Thrombosen gestorben sind. Bei allen fand er übermäßig viel Homocystein im Blut.

Da zu jener Zeit bereits die Cholesterin-Hypothese das Denken der Ärzte beherrschte, wurde McCully angefeindet. Somit dauerte es Jahrzehnte, bis das Homocystein als eigenständiger Risikofaktor wieder aufgegriffen wurde. Ab den 90er-Jahren gab es dann jede Menge Forschung dazu.

Eine dieser Studien aus den 90er-Jahren kam beispielsweise zu dem Schluss, dass ab einem Wert von 10 µmol/l jeder Anstieg im Homocysteinspiegel um 1 µmol/l die Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall um 6 bis 7 Prozent ansteigen lässt. Vor allem zeigte sich die Risikoerhöhung bei jenen Personen, die gleichzeitig noch an einem hohen Blutdruck zu leiden hatten.

Bei einer Studie ein paar Jahr später (2002) wurde festgestellt, dass es bei hohem Homocystein öfters zu erneuten Herzanfällen kommt, nachdem der Patient bereits mit Gefäßaufdehnung und das Einsetzen von Stents behandelt wurde.

Eine andere Studie aus dem Jahr 1999 zeigte, dass Patienten mit einem Homocysteinwert von über 14 µmol/l ein um 82 Prozent höheres Schlaganfallrisiko haben als jene mit einem Wert von 9 µmol/l und darunter.

Eine aktuellere Arbeit aus dem Jahr 2015 hat Forschung zum Thema detailliert ausgewertet. Auch dort kommt man zu dem Schluss, dass Homocystein und Herz-Kreislauferkrankungen sowie Gefäßerkrankungen ganz klar zusammengehören.

Auch wenn es also bei unseren Ärzten noch nicht angekommen zu sein scheint: Die Daten lügen nicht. Es gibt einen wirklich starken Zusammenhang zwischen Homocystein und Herzinfarkt sowie Schlaganfall.

Neurologische und psychische Erkrankungen:

Homocystein wirkt sich nicht nur negativ auf die Blutgefäße aus. Ebenso giftig ist es für unsere Nervenzellen. So zeigt sich, dass wir bei hohen Homocysteinwerten anfälliger werden für Demenz sowie für Denkstörungen und Depressionen.

Als Ursache gelten vor allem die gestörte Produktion von Neurotransmittern und von Myelin.

Neurotransmitter sind Botenstoffe, die die Erregung von einer Nervenzelle auf eine andere Nervenzelle übertragen. Nur so kann es zu einer Informationsübertragung in unserem Nervensystem kommen. Ist diese Übertragung durch ein Fehlen von Neurotransmittern gestört, kommt es zu Krankheiten.

Myelin ist eine fettreiche Substanz, die unsere Nervenfasern umhüllt. Vor allem sorgt sie für eine schnellere Weiterleitung von Nervenimpulsen und somit von Informationen zwischen Nervenzellen. Wird Myelin nicht mehr ausreichend gebildet oder gar abgebaut, dann kommt es ebenfalls zu Krankheiten.

Was Studien betrifft, gab es beispielsweise zur Demenz eine Metastudie aus dem Jahr 2008. (Bei einer Metastudie werden mehrere Studien zu einem bestimmten Thema zusammengefasst und verglichen.)

Dabei zeigte sich unter anderem, dass sich bei hohem Homocystein das Risiko für eine Alzheimer-Demenz mindestens verdoppelt. Außerdem verursachen hohe Werte Denkstörungen im fortgeschrittenen Lebensalter.

Homocystein erhöht den Blutdruck!

Arteriosklerose beginnt immer mit einer Schädigung des Gefäßendothels (= eine Zellschicht an der Innenfläche der Blutgefäße).

Diese Schädigung ist eng mit dem Fehlen von Stickstoffmonoxid verbunden. Stickstoffmonoxid (NO) ist ein Gefäßfaktor, der eine wichtige Schutzfunktion für die Gefäße innehat. Es hemmt nämlich die Verklumpungsneigung des Blutes und macht die Gefäße flexibler und erweitert sie auch.

Vor allem der letztgenannte Punkt hat für den Blutdruck besondere Relevanz. Wenn sich nämlich ein Gefäß erweitert, dann fällt der Blutdruck, weil das Blut leichter fließen kann.

Leider ist es jetzt so, dass Homocystein erwiesenermaßen das Stickstoffmonoxid verringert, weil sich Homocystein daran anheftet und so das Stickstoffmonoxid aus dem Körper geschwemmt wird. Je mehr Homocystein im Blut ist, umso mehr gefäßentspannendes und -erweiterndes Stickstoffmonoxid fehlt. Und umso mehr steigt dann der Blutdruck an.

Und ein hoher Blutdruck ist ein weiterer wichtiger Risikofaktor wenn es um die Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall geht.

Natürlich gibt es auch zu diesem Thema Forschungsergebnisse. Eine solche Studie aus dem Jahr 2018 zeigt zum Beispiel, dass bei Schlaganfallpatienten hohe Homocysteinwerte und hoher Blutdruck sehr häufig zusammengehören.

Was kann man dagegen tun?

Wir haben jetzt gesehen wie gefährlich Homocystein ist. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Wir können etwas dagegen tun! Und wir brauchen noch nicht mal einen Arzt dazu. (außer natürlich für die Blutentnahme zur Bestimmung unseres Homocysteinwertes)

Als besonders effektiv hat sich die Nahrungsergänzung mit B-Vitaminen erwiesen. Denn diese agieren als Coenzyme im Methionin-Homocystein-Stoffwechsel.

Vor allem kommt es dabei auf diese drei B-Vitamine an:

  • Vitamin B6 (Pyridoxin)
  • Folsäure (Vitamin B9)
  • Vitamin B12 (Cobalamin)

Vitamin B6 sorgt dafür, dass Homocystein weiter umgewandelt wird in Cystein. Dieses Cystein ist ebenfalls eine Aminosäure. Sie ist aber im Vergleich zu Homocystein vollkommen harmlos und wird über die Nieren ausgeschieden.

Folsäure und Vitamin B12 sorgen dafür, dass Homocystein wieder in Methionin zurück verwandelt wird. Somit tritt es nicht aus der Zelle aus und gelangt auch nicht in die Blutbahn.

In den meisten Fällen reicht eine Ergänzung mit diesen drei B-Vitaminen um den Homocysteinwert zu normalisieren. In manchen Fällen braucht es aber noch zusätzlich Vitamin B2, Zink und Cholin.

Und zudem erweist es sich als hilfreich mit dem Rauchen aufzuhören und noch andere Dinge am eigenen Lebensstil zu ändern.

Wie du konkret dein Homocystein senken kannst, erfährst du in diesem Artikel: Homocystein senken ohne Medikamente Dort beschreiben wir das alles im Detail 😉

Warum wird es von Ärzten ignoriert?

Du fragst dich jetzt vielleicht: Wenn das Homocystein wirklich gefährlicher ist als Cholesterin, warum habe ich dann noch nie davon gehört? Und warum gibt es sogar Ärzte, die die Gefährlichkeit von Homocystein herunterspielen?

Das ist eigentlich schnell beantwortet:

Einerseits liegt es daran, dass in der Ausbildung von Ärzten dem Thema Nahrungsergänzungen und Mikronährstoffe keine Beachtung geschenkt wird. Und was man nicht kennt, das wird natürlich ignoriert. (Oder mitunter sogar ins Lächerliche gezogen wie beispielsweise Vitamin D im Zusammenhang mit Corona.)

Außerdem liegt es sehr stark in der Hand der Pharmafirmen, was Ärzte ihren Patienten verschreiben oder empfehlen. Denn die Pharmafirmen sind es, welche Kongresse veranstalten und Infobroschüren und Bücher publizieren.

Und sie geben auch jede Menge Forschung in Auftrag. Diese Forschung ist natürlich so konzipiert, dass am Ende möglichst etwas für sie Vorteilhaftes dabei herauskommt. Und natürlich werden auch nur jene Forschungsergebnisse publiziert, die für die Pharmafirmen und ihre Produkte positiv sind.

Ärzte werden also nicht objektiv informiert. Kein Wunder also, dass sie auch nicht immer objektive Empfehlungen abgeben.

Und da Pharmafirmen auf Cholesterin- und Blutdruckmedikamente teure Patente laufen haben, werden sie alles daran setzen, Homocystein herunterzuspielen.

Denn auf Vitaminpräparate kann man keine Patente anmelden. Und die Gewinnspannen für solche Präparate sind auch viel zu gering. Es sind also bloß kleine Firmen, die solche Nahrungsergänzungen vertreiben. Und kleine Firmen haben nicht das nötige Kleingeld, um Homocystein in den Köpfen der Allgemeinheit zu verankern.

Erwarte also nicht, dass dein Arzt einer Meinung ist mit dir, wenn du dein Homocystein bestimmen lassen und es senken willst. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er/sie die Gefährlichkeit von Homocystein herunterspielt und nur das Cholesterin hervorhebt.


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